Garten Träume

Das Internationale Garten Magazin, Garten Träume
Gisela Keil

Eingepasst in ein kleines Tal des Bergischen Landes schufen zwei Garten- und Landschaftsarchitekten ein Idyll in der Tradition britischer Lebensart für sich und ihre Tiere.

Das Team Jürgen Papenfuß (links) gründete 1961 das renommierte Architekturbüro "Landschaf + Garten", in dessen Leitung 1968 Jürgen Rösner (Mitte) und 2000 Udo Jochems als Geschäfspartner mit eintraten.
Die Oelmühle.
Wie der Fachwerkbau wurde auch sein Umfeld behutsam restauriert. Die alte Birke blieb erhalten, Buchs wurde angepflanzt. Nur einige Gehölze mussten dem Teich und dem blick zuliebe weichen.
 
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Luxusdomizil

Lauschig eingebettet zwischen Bambus, den Riesenblättern von Mammutblatt (Gunnera) und der Kletterrose "New Dawn"lädt der Pavillon mit noblem Ambiente zum Verweilen ein .

Äll Gardening is Landscape Painting"(Alexander Pope Wer sich über einen schmalen Fahrweg der Oelmühle nähert und schon von weitem die exotisch miauende Schreie der Pfauen vernimmt, mag sich verdutzt fragen, ob ihn denn an den malerischen Ausläufern des Bergischen Landes ein französischer Park erwartet. Weit gefehlt! Was sich kurz darauf vor dem Besucher ausbreitet, ist ein landschaftliches Arkadien feinsinning gestalteten Wohllebens.

 

Als Jürgen Papenfuß und Jürgen Rösner vor über dreiß ig Hahren die schon lange stilliegende Mühle samt fünf hektar Obstwiesen und Wald erstanden, bot sich ihnen die herrliche Möglichkeit, das Credo ihres Gstaltungskonzepts auch im eigenen privaten Bereich zu realisieren. Ihr Bestreben zielt auf eine individuelle Gartengestaltung, die sowohl auf die Besitzer wie auf das terrain zugeschnitten ist und zu jeger Jahreszeit ein poetisch stimmungsvolles Gartenbild präsentiert. So schufen die passionieren Tierliebhaber ein landschaftliches Refugium, das sie, wie viele Landlords in Groß britannien, mit einer Fülle charaktervoller Haus- und Weidetiere teilen. Da dürfen Zwergesel, Zwergferde und schottische Hochlandrinder auf den Wiesen rund um das schmucke Fachwerkhaus weiden, aber auch Geflügel wie asiatische Zwerghühner, Enten und Gänse findet neben Katzen und Pfauen eine artgerechte Bleibe, die ohne  Menagerie-Charakter in den Garten eingebunden ist. In Deutschland begegnet man solch dicht versponnenen Realisationen vonGarten- und Tierliebe nur selten, in England hingegen entspricht sie einer bereits sehr frühen Idee zum englischen Landschafsgarten - dem "rural gardening". So glaubt man beim Gang durch das malerische Anwesen immer wieder Anklänge an dieses Konzept zu spüren. Insbesondere da, wo Garten und Weideflächen fast nahtlos ineinander übergehen oder wo der weite, großzügige Garten neben "landwirtschaftlicher"Nutzung auch private Rückzugsmöglichkeiten in Form kleiner versteckter Kabinette anbietet. Was man vergeblich suchen wird, sind formal getrimmte Gehölze sowie Blumenbeete und klassische Borders. Aber Letztere gehören ja auch im Ursprungsland nicht zum Repertoire des Landschaftsgartens, sondern befinden sich meist innerhalb eines "walled gardens"oder eines "country gardens". Sein Faible für die englische Gartenkultur führte Jürgen Papenfuß schon früh zu Studien- und Arbeidsaufenthalten nach England, denen später jährliche Gartenreisen zusammen mit Jürgen Rösner folgten.
Bei dieser Gelegenheit wurden beide auch von einem anderen Virus des British Way of Life angesteckt, nämlich von der Liebe zu Windhunden. Dabei haben es den Hundefreunden speziell Scottish Deerhounds und Irish Wolfhounds angetan, die sanften Riesen, deren Wesensstärke, Liebenswürdigkeit und Loyalität schon Sir Walter Scott zu Liebeserklärungen hinriss. Daneben züchten die Hundeliebhaber auber auch eine andere seltene englische Rasse, die border Terrier. So wurden Jürgen Papenfuß und Jürgen Rösner zum Markenzeichen, sowohl als renommierte Architekten zeitgenössischer Garten- und Landschafsgestaltung wie auch als erfolgreiche Züchter, deren Zwinger "Von der Oelmühle zahlreiche Champions hervorgebracht had.

   
Ländliches Idyll.
Rosen mit Strauchcharakter zählen zu den Lieblingspflanzen im Garten. Bereits am Eingangstor Heißt die Bauernrose "Münsterland"Besucher mit ungestümer Blütenpracht willkommen
  Das Liebensgefühl entspannter Sommertage.
Die Sitz- un Liegeplätze rund um den Teich herum ermöglichen einen herrlichen Blick über die üppigen Pulks Japanischer Sumpf-chwertlilien (Iris laevigata) und das Wasser zu den abschließenden Gehölzgruppen
  "Schau mir in der augen, kleines........".
Dieser Aufforderung kommt der Nachwuchs einer Herde von Zwergeseln treuherzig nach. Und ihre Besitzer Schwören, dass die vielzittierte Sturheit der Tiere in Wirklichkeit verkannte Wesenstärke und intelligenz sei./td>

 

Rosen-Boudoir

Um einen alten Mühlstein rahmen Rosen wie "Cerise Bouquet"und die weiße "Bobbie James "zusammen mit der Clematir Ëtoile Violete" einen märchenhaften Sitzplatz ein Hühnervolk. Die bildschönen Chabo-Zwerghühner tupfen in geschäftigem Treiben leuchtende

Farbenpracht auf den    Rasen und verwöhnen dazu mit legefrischen Frühstückseiern.

Rural Residence.

das Fachwerkhaus mit Steigleiter ist ein reizender Blickfang und eine solide Lebensversicherung für das Hühnervolk, wenn Fuchs und Marder nächtns durchs gelände streifen.

 

Wegweiser

Am Eingangstor zeigt ein Metallschild mit zwei Schottish Deerhounds den Weg zu den riesigen Jagdhunder, deren Haltung einst ausschließlich dem Hochadel vorbehalten was.

 

Blickführung.

Feinsinnig wird der Blickvorbei an der duftenden Ramblerrose "Rambling Rector", die die alte Kopfweide erobern darf, auf die hohe Birke vor dem Haus gelenkt.