Salut für

Irish Wolfhound Connor

(Unsere Windhunde Oktober 1992)

     
 

 

Mit einer Parade und der Überreichung des Shamrock, dem Irischen Kleeblattstrauß, wurde Connor of Tara am diesjährigen St. Patrick's Day vom Militärdienst verabschiedet. Zum letzten Male schritt er dem Batallion voran und führte dieses, begleitet von allem militärischen Pomp wie pfeifenden Dudelsäcken und schneidigen Kommandos, vorbei an H.M. Queen Elizabeth The Queenmother, Connor, einem alten HUnd von acht Jahren, ergraut im Militärdienst bei den Irish Guards, Hätte kein würdigerer Abschied als diese Ehrung mit dem Kleeblatt zuteil werden können.

 

 

Seit 1908 dienen bei den Irish Guards Wolfhoundrüden als "Mascot". Stets waren sie dabei publikumswirksames Symbol bei öffentlichen Auftritten der Einheit, deren Paraden, Rekrutierungsaufrufen, Kinderfesten u.ä. Die Für diesen Dienst erforderliche  Disziplin und Ausdauer ist bei einem Irish Wolfhound nur durch sorgfältiges, regelmäßiges Training von Jugend an zu erzielen. Das heißt für den Hund: lange Stunden bei den Proben der Militärkapelle und den Marschübungen auf dem Kasernengelände, bei denen es mitunter rauh und laut hergeht. Danach heißt es "Strammstehen und Warten". auf Royalties, Offiziere, Staatsgäste und anderes Publikum. Erlaubt ist dem Hund dabei höchstens ein diskreter Fußwechsel.

 

 

Wie seine Vorgänger, bekamen auch Connor eine "Uniform", Kost und Logis sowie einen ständigen Betreuer und Freund, in dessen Familie er lebte und mit denen er auch bei Einsätzen zusammenblieb. Auf Ausstellungen in Großbritannien bin ich Connor bereits früh zusammen mit seinem Corporal Rutherford begegnet und hatte damais den zweijährigen  Rüden auf einer Crystal Palace Show sogar einmal gerichtet. Ich hatte ihn danach bei dan Besuchen gesehen, die Rutherford bei Connor's Stifterin Margaret Harrison of Sanctuary machte.
Als Connor mit seiner Einheit vor drei Jahren nach Berin-Spandau abkommandiert wurde, begann Miss Harrison sich um Connor's Zukunft zu kümmern. Sie war es, die "allerhöchsten Ortes" vorschlug, ihn in der Oelmühle seinen ihm zustehenden Ruhesitz nehmen zu dürfen, um dem alten Hund eine Quarantänezeit zu ersparen. Dieser Vorschlag wurde aufgegriffen und so wurden wir als Connnor's zukünftite Gastgeber zur diesjährigen Parade nach Berlin eingeladen, im dabei den Hund in Empfang nehmen zu können.

 

Als Paradegäste saßen wir in der ersten Reihe und konnten den letzten feierlichen Auftritt "unseres" Connor's aus nächster Nähe erleben. Beim anschließenden Lunch in der Offiziersmesse wurden wir H.M.Queen Elisabeht the Queenmother vorgestellt, die den Hund schon als Welpen gekannt hat und so naturgemäß regen Anteil an seiner Karriere genommen hatte. Nach diesem Gespräch wurde Connor ein letztes Mal offiziell lfotografiert, erhielt sein letztes "patting his head" und bekam die scharlachrote Paradedecke übergelegt.
Zur gleichen Stunde trat in London der junge Rüde Malachy of Sanctuary
(Ch. Foinaven Narcos x Oelmühle Amely of Solstrand) seinen Dienst bei den Irish Guards an. Die dortige Parade nahm Großherzog Jean v. Luxembourg ab. Anwesend waren natürlich auch die Stifterin Margaret Harrison und seine Züchterin Dagmar Kenis.

Connor lebt also jetzt in der Oelmühle

Jürgen Papenfuß